Gado – immer vorne an, von Anfang bis Ende ein treuer Freund

Gado hat mich inspiriert zu diesen Beitrag, obwohl mein letzter Beitrag erst wenige Wochen alt ist. Unser Hund Gado ist in der vergangenen Woche verstorben und ich möchte gerne über diesen letzten Lebensabschnitt berichten. Wir haben wirklich vieles gelesen und gerade das hat uns sehr geholfen. Eine kleine Bildergalerie für Gado ist hier zu finden oder über unsere Bilder – Galerie in Medien.

Wer war Gado

Gado linksGado haben wir im Frühjahr Jahr 2002 geholt. Besser gesagt er hat sich uns ausgesucht. Ein kleiner junger Hund gerade mal 6 Monate alt. Ich habe einige Monate lang mithilfe eines Hundetrainers und viel Disziplin die Grundbegriffe des Zusammenlebens von Mensch und Tier erlernt. Unser Hund konnte das alles viel schneller 🙂 . Dadurch ist unsere Bindung sehr schnell gewachsen. Gado der kleine Hund vertraute mir und wusste das ich ihn vor Gefahren beschützen kann und ein guter Rudelführer bin. Es gab gerade in der Anfangszeit aber auch einige merkwürdige Situationen. Ein wirklich einprägsames Erlebnis möchte ich dennoch hier erzählen.

Gado lernt die Welt kennen

gado spiegelbildUnser Hund war nie ein Beißer oder Kläffer, dennoch hat auch Gado erstmal seine Umwelt kennenlernen müssen. So gab es eine Situation in der ich gerade mit Gado zur Tür herauskam, als auf der großen Spielwiese vor dem Haus eine leicht bekleidete, junge, attraktive Dame es sich zum Sonnen gemütlich gemacht hatte. Unser Hund war sehr verwirrt und konnte dieses „Etwas“ nicht einordnen und fing an zu bellen. Ich hätte bestimmt einfach weitergehen können. Nun war ich aber mitten im Trainingsmodus und wollte Gado erklären, daß diese Dame für ihn keine Gefahr bedeutet. Also habe ich ohne darüber nachzudenken laut zu der Dame hinübergerufen: „Darf ich mal mit meinen Hund zu Ihnen kommen? Weil er dadurch lernen kann das alles in Ordnung ist.“ Erst heute kommt mir diese Situation doch etwas merkwürdig vor. Trotzdem ist sie eine der vielen wirklich schöne Erinnerungen.

Gado spieltViele Besuche auf Hundespielplätzen und konsequente, disziplinierte Führung haben aus Gado einen wirklich liebevollen, tollen, sozialen Hund gemacht. Natürlich hatte auch Gado so seine Eigenheiten. Aber unserer Meinung nach war er wirklich sehr gut erzogen und hat als Hund gut mit uns Menschen zusammengelebt. Ich möchte hier aber nicht nur in Erinnerungen schwelgen.

Gado und das Leben im Alter

Gado sprungIn der meisten Zeit seines Leben war unser Hund gesund und frei von Beeinträchtigungen. Erst sehr spät im Alter von 13 oder 14 Jahren entwickelten sich zusehend die Zeichen des Alterns.

Gado wurde etwas weißer (weise) an den Pfoten und im Gesicht.

Inzwischen hat er auch eine weiteren Spitznamen bekommen ,„Kuschel“ war sein Spitzname und der traf am besten auf seine Wesensmerkmale zu.

Es war wirklich schön die Ehrwürdigkeit des Alters zu erleben. Die Runden wurden kürzer und auch das Schlafbedürfnis größer. Dennoch war auch im Alter Konsequenz und Disziplin wichtig und ein wichtiger verlässlicher Anker für unseren Hund. Im Laufe der Jahre haben sich Rituale aufgebaut die später als Gado einen Großteil seiner Sinne eingebüsst hatte, sehr wichtig waren. Aufgrund des zu beobachtenden fortschreitenden Alters wussten wir das Gado in seinem letzten Lebensabschnitt angekommen war.

Hundeliebe

An dieser Stelle schreibe ich ein Zitat aus einem Buch, weil es genau das trifft was wir auch mit unserem Gado erleben durften.

Von alten Freunden

Spaziergänge mit einem alten Hund sind anders. Er hopst nicht mehr sinnlos von hier nach da, zieht keine wilden Kreise mehr vor lauter Freude am Rennen, am Tempo, an der frischen Luft, hin und her durch das hohe Gras, während die Ohren im Luftzug flattern. Er unternimmt keine ausgelassenen Expeditionen mehr ins tiefe Erdreich wie noch vor wenigen Jahren, als jeder Laternenpfahl, jeder zweite Grashalm und jeder Kieselstein mysteriöse Botschaften der Nachbarhunde enthielt. Fremde Hunde sind ihm nicht mehr wichtig, kommen sie nahe genug heran, werden sie freundlich begrüßt, bleiben sie weg, ist das auch völlig in Ordnung. Er nimmt sein Umfeld nicht mehr so deutlich wahr, als Gewohnheitstier bleibt er auf seiner alten Trasse, Abweichungen von Ritualen verwirren ihn sehr.

Er war mal ein echter Hingucker. Strahlend, muskulös, mit glänzendem Fell. Jetzt ist sein Gesicht ganz weiß, sein Rücken hängt ein wenig durch, er tut sich schwer mit dem Aufstehen und dem Hinlegen. Aber die Menschen lieben ihn. Er strahlt etwas friedliches aus, das alle beruhigt. Heutzutage ist es seine innere Schönheit, die zählt.

Er sieht schlecht, eigentlich sieht er nur noch Umrisse. Manchmal geht er zu einem Baum und setzt sich erwartungsvoll direkt davor, mit seinem bravsten Gesichtsausdruck. Er denkt, es wäre sein Mensch. Manchmal marschiert er in die falsche Richtung, und weil er mittlerweile auch sehr schlecht hört, muss man hinter ihm her rennen und ihn in die richtige Richtung drehen. Es ist allen Beteiligten gleichermaßen ein bisschen peinlich. Nicht peinlich im Sinne von richtig unangenehm, wie damals, als er als Welpe begeistert mit der Unterwäsche aus dem Wäschekorb auf dem Kopf zwischen den Gästen herumrannte und nicht daran dachte, sich fangen zu lassen. Mehr peinlich im Sinne von unangenehm berührt, denn solche Fehler passierten ihm früher nie. Er war nie angeleint, der zuverlässigste aller Hunde, unfehlbar fast.

Von seiner Unfehlbarkeit hat er vieles vergessen: dass er nicht Betteln darf zum Beispiel, oder dass es verboten ist, den Mülleimer auszuräumen. Heutzutage bettelt er, ohne mit der Wimper zu zucken, und niemand weiß wann er sich eigentlich beigebracht hat, den Mülleimer in genau dem richtigen Winkel umzukippen. Es ist jetzt nicht mehr Ungehorsam, sondern der Charme des Alters.

Der Text stammt aus dem Buch: Hundeliebe von Katharina von der Leyen.Seite 123-125. ISBN: 9783832733056 , 2. Auflage 2016 bei teNeues

Gado der letzte Weg

Gado altWir hatten immer die Hoffnung das unser Gado den letzten Weg selber schafft, am liebsten das er in der Nacht friedlich für immer einschläft. Doch gerade im Alter muss mann sehr genau beobachten um Veränderungen wahrzunehmen die ein Eingreifen des Tierarztes notwendig machen. Bei Gado war es so.

Gado konnte plötzlich nichts mehr essen und nur sehr wenig trinken. Er kippte mit dem Hinterleib weg und mochte sich nicht hinlegen. Die Gabe von Schmerzmitteln (tierärztlich abgesprochen) brachte nur wenig oder keine Besserung. Wir mussten Gado zum Gassi gehen nach unten tragen und auch wieder nach oben tragen. Draußen stand Gado nur apathisch da und wusste garnicht was er tun solle.

Das war der Moment an dem wir über Euthanasie nachgedacht haben und uns auch sehr schweren Herzens für das Einschläfern bei einem Tierarzt entschieden haben. Ab diesem Moment herrschten Trauer und Verzweiflung. Unser Hund ist dann den ganzen Abend immer wieder trotz seiner offensichtlichen Beschwerden zu uns gekommen zum Streicheln. Kuschel war nicht ohne Grund sein Spitzname. Auch später in der Nacht, ich konnte irgendwie nicht Schlafen, besuchte er mich im Arbeitszimmer. Das hatte er nie getan. Ich überlasse jedem selbst dabei die Interpretation.

Gado Abschied für immer

!  Ich schildere in diesem Abschnitt schwierige Erfahrungen. Dieser Teil beschreibt das Sterben unseres Hundes genau  !

Gado Abschied

Am nächsten Tag hatte ich telefonisch einen Termin bei unserem Tierarzt gemacht 16:20 Uhr ohne Wartezeit direkt ins Sprechzimmer. Unser Gado hatte kurioserweise einen schönen Tag was uns dann doch nochmal Zweifel aufkommen ließ. Wir hatten aber gesehen das Gado weiter nicht frisst und trinkt. Hinzu kam noch die Frage was wenn es später, morgen,… und und und. Es war furchtbar. Es gab aber Texte die ich gelesen hatte welche uns in unserer Entscheidungsfindung behilflich waren.

Man sollte überlegen ob es gut ist, wenn das Leben was der Hund in den letzten 4 Wochen hatte nochmal genauso weiter geht. Wir als Hundehalter haben die Verantwortung auch diese Entscheidung unabhängig von persönlichen Gefühlen zu treffen.

Wir haben uns dann grundsätzlich für das Einschläfern entschieden, wenn der Tierarzt auch die medizinische „Notwendigkeit“ bestätigt.

Abschied

Gegen 16:05 sind wir mit Gado los und waren nochmal kurz Gassi. Als wir beim Tierarzt waren sind wir wie versprochen gleich in den Behandlungsraum gekommen. Eine wirklich kurze Untersuchung und ein Gespräch in dem uns die medizinische „Notwendigkeit“ bestätigt wurde folgten. Uns wurde dann erklärt das Gado eine kleine Injektion mit Narkosemittel bekommt. Wenn Gado dann schläft bekommt er das eigentliche Medikament.

Gado hat dann einen kleinen Picks bekommen und wir wurden mit Gado allein gelassen. Er durfte dann rumlaufen bis er müde wird. Zuerst war er ganz unruhig und lief umher. Dann holten wir Gado unseren Kuschel zu uns und haben ihn bis zu Einschlafen hin gestreichelt und mit ihm gesprochen. Das alles war sehr traurig und sehr tränenreich.

Als Gado dann eingeschlafen war, ist der Tierarzt und seine Hilfen gekommen und hat mit mir Gado auf den Behandlungstisch gelegt. Dabei ist Gado nochmal ganz kurz mit dem Kopf hochgekommen. Er war aber definitiv nicht wach. Gado hat dann eine Infusionsnadel in den Hinterlauf gelegt bekommen, das hat er schon nicht mitbekommen. Gerade als die Ärztin das finale Medikament spritzen wollte, gab es einen Würgereiz ( aus medizinischer Sicht weiss ich das dieses ein normales Verhalten des Körpers sein kann ). Der Tierarzt spritze gleich das Mittel und der Würgereiz war sofort vorbei und Gado hatte es geschafft.

Gado lag total friedlich und entspannt da. Ein wirklich friedliches Bild. Die Ärztin holte eine Decke und hat Gado auf dem Arm nochmal zu uns gehalten. Wir haben ihn noch ein letztes Mal gestreichelt.

Wir lieben unseren Hund nach wie vor und er hat sich für immer einen guten Platz in unseren Herzen geschaffen.

RIP Gado 7.11.2001 – 23.11.2017

Gado RIP

 


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